Ausstellung im Liechtensteinischen Landesmuseum vom 24.6. - 16.10.2015

Am 24. Juni 2015 wurde die Ausstellung „Ein halber Quadratmeter Freiheit - Bilder aus der Haft“ im Liechtensteinischen Landesmuseum im Beisein ihrer Königlichen Hoheit Erbprinzessin von und zu Liechtenstein eröffnet. 75 der besten Gefängniskunstwerke von Art and Prison waren bis zum 16. Oktober zu sehen. 

Nach der Begrüssung durch Prof. Dr. Rainer Vollkommer, Direktor des Liechtensteinischen Landesmuseums, sowie Grussworten von Dr. Renate Wohlwend, Stiftungsratspräsidentin des Museums, Donata Freifrau Schenck zu Schweinsberg, Schirmfrau der Kunstwettbewerbe von Art and Prison, und Peter Echtermeyer, Vorsitzender von Art and Prison e.V., führte Dr. Peter Lodermeyer, Kunsthistoriker und Kunstkritiker in die Ausstellung ein. Hier der Text seines Vortrags.

Unten die Videos mit Vorträgen und Interviews.

Eindrücke von der Vernissage am 24. Juni

Vorträge und Interviews

Aufbau der Ausstellung

Fokus der Ausstellung

Zu sehen ist eine Auswahl von Gemälden, Zeichnungen und Skulpturen inhaftierter Frauen, Männer und Jugendlicher aus fast 40 Ländern aller Kontinente.

Die Werke erzählen Geschichten von der Verarbeitung von Schuld, von Strafe und Verbrechen, vom Aus- und Eingeschlossensein und von ungewissen Zukunftsperspektiven, aber auch von Hoffnung, von Neubeginn und Lebensmut. In einem internationalen Kontext wird in der Ausstellung ein differenzierteres Bild von der komplexen und weitgehend unbekannten Lebenswirklichkeit von „Menschen hinter Gittern“ und unterschiedlichen Kulturen vermittelt. Die „Bilder aus der Haft“ sind einerseits der Ausdruck der inneren Freiheit einzelner Personen in äußerer Unfreiheit, doch immer auch das Spiegelbild des Zustands der Gesellschaft selbst, in der die Kunstwerke entstanden sind.

Das „Gefängnis“ interessiert dabei nicht in erster Linie als künstlerisches Motiv, sondern als Ort, an dem Kunst entsteht und an dem Menschen unter ganz verschiedenen, oft menschenunwürdigen Bedingungen leben. Den betroffenen Personen hat sich im künstlerischen Schaffen ein Freiraum eröffnet, der ohne Frage zu ihrer Integration und Selbstfindung beitragen kann. Auf diesem Hintergrund und in Auseinandersetzung mit den Umständen, unter denen hier Kunst entsteht, wird deutlich, dass es nicht der „Ruf nach Rache und Vergeltung“ ist, der zu mehr Gerechtigkeit und zu größerer gesellschaftlicher Toleranz führt, sondern die kreative Mühe um zwischenmenschlichen Ausgleich und zivilisatorische Mindeststandards.